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Monatsbericht Oktober

Im Oktober entwickelten sich die europäischen Aktienmärkte uneinheitlich. Der Stoxx Europe 600, in dem defensive Unternehmen (Basiskonsumgüter, Pharma) stark vertreten sind, legte um 2,0 % zu. Dagegen verlor der Euro Stoxx 50, ein weiterer wichtiger europäischer Leitindex mit einer stärkeren Gewichtung zyklischer Unternehmen (Banken, Industrie), 2,1 %. An den US-Börsen gerieten Technologiewerte unter Druck: Der Nasdaq gab um 3,7 % nach, während der S&P 500 um 0,7 % stieg.

Der Oktober wird somit als turbulenter Monat in Erinnerung bleiben. Eine ausgeprägte Sektorrotation und vermutlich ein erheblicher Abbau von Fremdkapitalhebeln bei großen Hedgefonds sorgten für heftige Kursbewegungen. So verzeichnete unter anderem Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, einen starken Kursrückgang, während Intel am Tag der Ergebnisveröffentlichung einen regelrechten Mini-Crash erlebte. Aktien von Unternehmen mit Bezug zu künstlicher Intelligenz (KI) – vom Bau von Rechenzentren über Halbleiterhersteller bis hin zu Hosting-Anbietern – standen massiv unter Verkaufsdruck. Offenbar befürchten die Anleger, dass der Investitionszyklus in diesem Bereich seinen Höhepunkt erreicht haben könnte.

Tatsächlich waren die Steigerungen der KI-bezogenen Investitionsbudgets in den vergangenen vier Jahren geradezu atemberaubend. Die Sorge vor einer Trendwende – oder anders ausgedrückt: vor dem Platzen einer Blase – ist daher keineswegs unbegründet.

Die Verkaufswelle begann Anfang Oktober, als kleinere Cloud-Anbieter, die im Branchenjargon als „NeoClouds“ bezeichnet werden, versuchten, sich über die Anleihemärkte zu finanzieren, dort jedoch auf eine äußerst kühle Aufnahme stießen. Besonders die Anleihen von CoreWeave, dem prominentesten Vertreter dieser Gruppe, gerieten daraufhin stark unter Druck. Die Investitionspläne des Unternehmens bis zum Ende des Jahrzehnts sind allerdings so ehrgeizig, dass es für die Finanzierung seiner Vorhaben auf einen uneingeschränkten Zugang zum Anleihemarkt angewiesen ist. Der Markt zog daraus vorschnell den Schluss, dass der Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten abrupt zum Stillstand kommen könnte.

Die zum Monatsende veröffentlichten Geschäftszahlen der führenden Branchenunternehmen Alphabet, Microsoft und Amazon wurden genauestens unter die Lupe genommen. Schon kleinste Schwachstellen wurden vom Markt abgestraft. Eine eingehende Analyse der Zahlen zeigt jedoch, dass die KI-bezogenen Geschäftsbereiche keineswegs enttäuschen – ganz im Gegenteil. Vielmehr schwächeln die angestammten Geschäftsfelder, etwa der Onlinehandel bei Amazon oder die suchmaschinenbezogene Werbung bei Google. Ursachen hierfür sind entweder eine nachlassende Konsumnachfrage oder Substitutionseffekte.

Wir sind daher der Ansicht, dass der Markt möglicherweise vorschnell gehandelt hat: Er wendet sich von dem ab, was er vier Jahre lang favorisiert hat, und bevorzugt nun das, was er lange Zeit gemieden hat. Deshalb haben wir beschlossen, unsere Positionen in diesem Sektor vorerst beizubehalten. Bereits vor einigen Monaten hatten wir diese allerdings auf ein angemessenes Maß reduziert.

Ein weiteres Thema, das die Märkte beschäftigt, ist die Gefahr einer erneuten Eskalation am Persischen Golf und der damit einhergehende Anstieg der Energiepreise, insbesondere bei Öl und Gas. Auch hier bleiben wir bei unserer Einschätzung, dass das schlimmste Szenario keineswegs zwangsläufig eintreten muss: Beiden Seiten ist bewusst, dass sie von einer unkontrollierten Eskalation nichts zu gewinnen haben.

Die Clartan-Fonds entwickelten sich in diesem Monat ebenfalls uneinheitlich, wobei die defensiv ausgerichteten Fonds erwartungsgemäß besser abschnitten: Valeurs verlor 1,7 %, Europe 0,7 %. Ethos legte dagegen um 1,2 %, Flexible um 3,1 % und Patrimoine um 1,5 % zu.

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